- 28.10.2007 15:43
#609
Hallo,
ich zitiere hier meine Antwort von der RC-Network-Forumsdiskussion als Info über den aktuellen Stand der Dinge.
Die Frage war: Welche besonderen Schwieriegkeiten kann es bei einem so einfachen Teil wie dem Gehäuse geben?
"die „besondere Schwierigkeit“ liegt eindeutig in den kleinen Mengen.
Wenn wir 10.000 Gehäuse pro Monat hätten, könnten wir uns vor Angeboten nicht retten. Aber bei den angefragten 200 als jeweilige Losgröße und 25 als erste Testserie gibt sich kaum jemand überhaupt die Mühe, auf eine solche Anfrage zu antworten. Nach langem hin und her (auch in Deutschland habe ich Angebote eingeholt) haben wir eine Firma gefunden, die laserschneiden und vernünftig Kanten kann.
Da uns im Frühling der Bepulverer die Preise für die Pulsar-Gehäusen um 25 % erhöht hat, haben wir uns entschlossen als (technisch gesehen) gute Alternative, die Gehäuse farbig anodieren zu lassen. Auf 10 Anfragen an Galvanotechniken, nach 3 Wochen und unzähligen Telefonaten haben wir ganze 2 (!) Antworten und kein einziges Angebot bekommen. Einer davon hat uns sogar über Unrentabilität des Ganzen informiert. Angeblich aufgrund erheblichen Werkzeugskosten (!!!) in Höhe von ca. 4 000 Euro, also totaler Quatsch!
Nach weiterer intensiver Suche nach möglichen Lieferanten haben wir endlich drei Gehäuse farbig anodiert bekommen. Das Ergebnis ist hier zu bewundern …

Eine davon ist sehr gut geworden, aber die zwei anderen? Wie mit einem Putzlappen dreckverschmiert! Es wird behauptet, dass es an der Blechqualität liegt. Nun haben wir schon das Anodieren aufgegeben. Jetzt hat ein neuer Bepulverer die nächsten 3 Gehäuse zum bepulvern bekommen. Ich muss hier sicher nicht erklären, dass auch der Bepulverer nicht sofort alles aus den Händen fallen lässt, um die 3 Stück Testgehäuse zu bepulvern. Er muss das passende Pulver bestellen (2 Wochen Lieferzeit) und dann, wenn er wahrscheinlich schon vor Langeweile halb gestorben ist, wird er uns die Gnade zeigen und die lächerlichen 3 Stück in 2 Farben spritzen. Wenn der dann einigermaßen gute Qualität liefern wird, dann wird unser Problem gelöst sein.
Heutiger Stand der Dinge ist so, dass in der nächsten Woche die ersten Testgehäuse von dem Bepulverer kommen. Wenn alles okay ist (was ich hoffe), dann bekommt er die Restlichen, die uns übergeblieben sind, zum bepulvern. Dann muss man „nur noch“ die EQUALs montieren (die Platinen sind schon längst fertig bestückt) und erst danach wird der Spuk endlich vorbei sein.
Die zweite, dann schon größere Produktionsserie, ist auch schon vorbereitet. Ich werde jetzt keine Termine mehr nennen. Das war schon ein großer Fehler von mir, die Tage immer bis zum Erscheinen der Geräte auf den Finger abzuzählen und die Lieferterminprognosen zu erstellen. Leider kann ein Kleinhersteller heutzutage nicht davon ausgehen, dass jemand sich auch auf seinen Auftrag freut. Wenn alles schön wegrationalisiert ist, es gibt keine freien Ressourcen, um ein Muster schneller zu fertigen. Kleinaufträge sind scheinbar unrentabel und Kleinkunden eh nur ein Störfaktor im mühseligen Geschäftsleben.
Mit solchen Problemen, bei der so einfachen Sache wie dem Gehäuse, haben wir wirklich nicht gerechnet. Leider können solchen Gehäuse erst dann in Angriff genommen werden, wenn die Platine serienreif ist. Erst musste das alles im handgemachten Gehäuse getestet werden, um z.B. sicher zu sein, dass keine thermischen Probleme auftreten.
Ich hoffe, dass ich mit der Erklärung etwas Licht in das Geschehen gebracht habe und hoffe schon wirklich bald die EQUALs ausliefern zu können. Den Termin werde ich aber erst nennen, wenn die fertigen Gehäuse endlich für die weitere Montage freigegeben werden und die Termine in ausschließlich unserer Verantwortung sind."
Gruß Piotr
pp-rc Modellbau
ich zitiere hier meine Antwort von der RC-Network-Forumsdiskussion als Info über den aktuellen Stand der Dinge.
Die Frage war: Welche besonderen Schwieriegkeiten kann es bei einem so einfachen Teil wie dem Gehäuse geben?
"die „besondere Schwierigkeit“ liegt eindeutig in den kleinen Mengen.
Wenn wir 10.000 Gehäuse pro Monat hätten, könnten wir uns vor Angeboten nicht retten. Aber bei den angefragten 200 als jeweilige Losgröße und 25 als erste Testserie gibt sich kaum jemand überhaupt die Mühe, auf eine solche Anfrage zu antworten. Nach langem hin und her (auch in Deutschland habe ich Angebote eingeholt) haben wir eine Firma gefunden, die laserschneiden und vernünftig Kanten kann.
Da uns im Frühling der Bepulverer die Preise für die Pulsar-Gehäusen um 25 % erhöht hat, haben wir uns entschlossen als (technisch gesehen) gute Alternative, die Gehäuse farbig anodieren zu lassen. Auf 10 Anfragen an Galvanotechniken, nach 3 Wochen und unzähligen Telefonaten haben wir ganze 2 (!) Antworten und kein einziges Angebot bekommen. Einer davon hat uns sogar über Unrentabilität des Ganzen informiert. Angeblich aufgrund erheblichen Werkzeugskosten (!!!) in Höhe von ca. 4 000 Euro, also totaler Quatsch!
Nach weiterer intensiver Suche nach möglichen Lieferanten haben wir endlich drei Gehäuse farbig anodiert bekommen. Das Ergebnis ist hier zu bewundern …

Eine davon ist sehr gut geworden, aber die zwei anderen? Wie mit einem Putzlappen dreckverschmiert! Es wird behauptet, dass es an der Blechqualität liegt. Nun haben wir schon das Anodieren aufgegeben. Jetzt hat ein neuer Bepulverer die nächsten 3 Gehäuse zum bepulvern bekommen. Ich muss hier sicher nicht erklären, dass auch der Bepulverer nicht sofort alles aus den Händen fallen lässt, um die 3 Stück Testgehäuse zu bepulvern. Er muss das passende Pulver bestellen (2 Wochen Lieferzeit) und dann, wenn er wahrscheinlich schon vor Langeweile halb gestorben ist, wird er uns die Gnade zeigen und die lächerlichen 3 Stück in 2 Farben spritzen. Wenn der dann einigermaßen gute Qualität liefern wird, dann wird unser Problem gelöst sein.
Heutiger Stand der Dinge ist so, dass in der nächsten Woche die ersten Testgehäuse von dem Bepulverer kommen. Wenn alles okay ist (was ich hoffe), dann bekommt er die Restlichen, die uns übergeblieben sind, zum bepulvern. Dann muss man „nur noch“ die EQUALs montieren (die Platinen sind schon längst fertig bestückt) und erst danach wird der Spuk endlich vorbei sein.
Die zweite, dann schon größere Produktionsserie, ist auch schon vorbereitet. Ich werde jetzt keine Termine mehr nennen. Das war schon ein großer Fehler von mir, die Tage immer bis zum Erscheinen der Geräte auf den Finger abzuzählen und die Lieferterminprognosen zu erstellen. Leider kann ein Kleinhersteller heutzutage nicht davon ausgehen, dass jemand sich auch auf seinen Auftrag freut. Wenn alles schön wegrationalisiert ist, es gibt keine freien Ressourcen, um ein Muster schneller zu fertigen. Kleinaufträge sind scheinbar unrentabel und Kleinkunden eh nur ein Störfaktor im mühseligen Geschäftsleben.
Mit solchen Problemen, bei der so einfachen Sache wie dem Gehäuse, haben wir wirklich nicht gerechnet. Leider können solchen Gehäuse erst dann in Angriff genommen werden, wenn die Platine serienreif ist. Erst musste das alles im handgemachten Gehäuse getestet werden, um z.B. sicher zu sein, dass keine thermischen Probleme auftreten.
Ich hoffe, dass ich mit der Erklärung etwas Licht in das Geschehen gebracht habe und hoffe schon wirklich bald die EQUALs ausliefern zu können. Den Termin werde ich aber erst nennen, wenn die fertigen Gehäuse endlich für die weitere Montage freigegeben werden und die Termine in ausschließlich unserer Verantwortung sind."
Gruß Piotr
pp-rc Modellbau